Donnerstag, 14. Dezember 2006
Kletterfahrt nach Slowenien 2006
verticalwerf, 15:16h
Donnerstag 25.05.06
Nachdem alles Organisatorische in den vorangegangenen Tagen abgeklärt und Fahrgemeinschaften gebildet sind, kann es nun endlich Mittwoch Nacht um 03:30 losgehen. Mit zwei Vehikeln machen wir – Klaus, Simone, Matthias, Heike, Jessica, Andreas und ich – uns auf den Weg in die ca. 450km entfernten Julischen Alpen im äußersten Nordwesten von Slowenien um das Gebiet am verlängerten Wochenende vom 25.05 - 28.05.2006 auf seine Klettertauglichkeit zu prüfen.
Unseren Erwartungen entsprechend ist das Verkehrsaufkommen an diesem Morgen ziemlich hoch, jedoch die Dichte an tiefergelegten und aufgetunten VW’s aufgrund des Wörthersee-Treffens versetzt uns alle in noch größeres Erstaunen. Tankstopps sind an diesem Morgen – egal wo – ab 05:00h nirgendwo in Österreich empfehlenswert. Nach etlichen Staumeldungen auf der A10 im Bereich des Katschbergtunnels, entschließen wir uns die Landstraße zu nehmen und über Italtien ostwärts nach Slowenien zu fahren. Nach knappen 6,5 Stunden auf den kurvenreichen Straßen Österreichs,,, die sich um die Täler und um die gähnend leere, weil voll gesperrte Autobahn ranken (wofür haben wir eigentlich ein Pickerl gekauft J), haben wir es dann auch endlich geschafft und die beiden Autos treffen fast zeitgleich in Kranjska Gora ein. Hier tauschen wir zunächst Euros in Slowenische Tolar – meine EC-Karte wollte der Automat mal wieder nicht - und dann wird direkt in einem Cafe` erst einmal Frühstücks- und Fotopause gemacht. Nach eingängiger Prüfung sämtlicher Temperaturbereiche (Schatten.....Grrrr, Sonne.....Puhhh) machen wir uns dann am frühen Mittag auf um endlich ersten Felskontakt zu bekommen. Heute verschlägt es uns in das Alpine Klettergebiet Vrsic, welches am höchsten Punkt des Prelaz-Vrsic-Passes (1611m) liegt. Schon der ca. 5 Minuten kurze Zustieg über einige Schneefelder sorgt für schallendes Gelächter als sich die ersten am Schneefeld auf den Hosenboden setzen und fluchen. Am Fels angekommen bietet sich uns ein wunderschönes, alpines Panorama (Bild) und auch die Routen im Sektor A (Kekceva stena) sind bis auf einige feuchte Stellen sehr schön zu klettern. Während Matthias und Andreas einige Mehrseillängen-Übungen machen, klettert der Rest an den zwischen 25 und 35m langen Routen und erfreut sich an der wärmenden Nachmittagssonne. Gegen 16:00 entschließen wir uns, aufgrund der Tatsache, dass die Sonne sich um den Fels herum verabschiedet hat und wir an diesem Abend noch einen Camping-Platz suchen müssen, uns auf dem Rückweg zu machen und fahren den Pass ab in das wunderschöne Soca-Tal. Entlang des türkis-blauen und absolut klaren Flusses klappern wir einige Camping-Plätze ab und entscheiden uns schließlich für einen idyllisch am Fluss gelegenen Platz in Kobarid, wo wir unsere Zelte aufschlagen und den Abend bei einer super leckeren Forelle und einigen Bieren ausklingen lassen. Aus einer Bierlaune heraus entschließt sich ein kleines Grüppchen noch eine kurze Nachtwanderung zu dem in der Nähe gelegenen Wasserfall zu machen, was sich unter dem sternenklaren Himmel als echtes Highlight herausstellt. Der andere Teil der Gruppe lässt sich zum Matratzenhorchdienst oder Lazarettbau einteilen, nachdem zum Abschluss des (zum Glück) ansonsten völlig unfallfreien Tages Matthias’ gymnastische Übung auf groben Schotter sowohl im Gedächtnis der Zuschauer als auch an seiner linken Hand plastische Eindrücke hinterlässt.
Freitag 26.05.06
Nach einer frischen Nacht werden wir gegen 8:00 von der Morgensonne geweckt, welche sich langsam über die uns umringenden Berge wagt. Im Anschluss an die übliche Morgentoilette gibt es dann erst einmal ein gemütliches Frühstück und die weiteren Pläne für den Tag werden festgelegt. Heute geht es nach Senica (Mala plosca) einem Klettergebiet in der Nähe von Tolmin. Die ca. 20 minütige Anreise mit dem Auto führt uns entlang der Soca durch etliche kleine idyllische Dörfer und nachdem wir unsere sieben Sachen verpackt und die Seile aufgeteilt haben machen wir uns an den halbstündigen Zustieg zum Fels. Über Kuhweiden und durch Wälder gelangen wir auf dem leicht ansteigenden Pfad zum Kletterfels, an dem wir zu unserem Erstauen bis auf die zahlreichen Eidechsen und Käfer völlig alleine sind. Dann kann es ja losgehen!!!
Erst einmal ein paar Seile einhängen, sodass jeder bedient ist. Beim ersten Begehen der Routen klopfen wir noch vorsichtig vor jeden Griff gegen den Fels, um das Getier auf uns aufmerksam zu machen. Die zwischen 20- 30m langen Routen bieten für nahezu alle Schwierigkeitsgrade genügend Möglichkeiten, um sich auszutoben, wobei der Fels im unteren Bereich relativ stark geneigt und schroff ist und sich oben dann in eine richtige Vertikale verwandelt, die teilweise plattig gestaltet ist. Auch zum Bouldern ist ein starker Überhang in Bodennähe vorhanden, doch leider haben wir unsere Crash-Pads im Auto liegen lassen.
So verbringen wir den Tag an diesem Fels, der im oberen Bereich einen wunderschönen Blick über das Tal bietet. Kurz bevor wir um 16:00 aufbrechen wollen, kommen noch zwei weitere Seilschaften, doch das konnte den rundum positiven Gesamteindruck an diesem Felsen nicht mehr trüben.
Nachdem Andreas während des gesamten Klettertages bettelnd nach einem Besuch in einer Eistheke verlangt, gibt es am Rückweg in Tolmin noch für jeden eine ordentliche Portion Eis und der Entschluss, am Abend zu Grillen wird gefällt. Am Campingplatz angekommen entscheiden sich einige von uns gleich zu duschen, doch da wir eh einmal bei Tageslicht zum Fluss gehen wollten, machen Klaus und ich uns mit Badetüchern bewaffnet auf in Richtung Soca. Aufgrund der reißenden Strömung müssen wir uns einen ziemlich entlegenen Einstieg mit ruhigem Wasser suchen und da Badehosen Mangelware ist, geht es freizügig in die Fluten. Zapfig kalt!!!
Nach diesem Erlebnis schüren wir den Grill an, der dann auch ziemlich schnell auf Temperatur gebracht ist und der Geruch von Fleischspießen, Würsten und Hackfleischröllchen, lässt uns allen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das anschließende, anfangs gemütliche Essen artet dann im Verlauf des Abends trotz der Anwesenheit wild protestierender Vegetarier in eine Fleisch-Vernichtungs-Orgie aus – wir hatten wohl doch ein paar Spieße zuviel gekauft – und jeder wird mehr als satt. Um das ganze fettige Zeug für den Magen etwas erträglicher zu machen spülen wir mit ein paar leckeren Williams-Schnäpsen nach und haben noch einen sehr lustigen Abend.
Samstag 27.05.06
Als wir am Samstag Morgen aufwachen, sind die Berge um uns alle samt in Nebel gehüllt und es lässt sich nur erahnen, wo die Sonne ihr Durchkommen versucht. Deshalb wird der Entschluss gefasst, zunächst noch einmal mit der ganzen Truppe den herrlichen Wasserfall – diesmal bei Tageslicht und mit Badetüchern – zu besuchen. Der Weg dorthin wird von allen recht intensiv zum fotografieren genutzt. Dort angekommen stürzen sich trotz des kalten Wassers einige Verrückte in das flach abfallende Auffangbecken des Wasserfalls und schnappen nach Luft. Auf dem Rückweg kommen wir noch an einer Aussichtsplattform vorbei, die uns noch mal einen schönen Ausblick über den türkis-blauen Fluss erlaubt. So, jetzt aber los!
Die Autos werden an der Landstraße abgestellt und nach 3 Minuten über die eine frisch gemähte Wiese sind wir im Sektor B des Felsens Pri Ciginju bei Tolmin. Pünktlich zum Kletterstart entfaltet sich die Sonne auch wieder richtig. Nachdem mich ein Kamin als erste Route gleich etwas ins Schwitzen bringt, versucht sich Matthias an einem anderen Riss im technischen Klettern. 15 Minuten für 11Meter, einmal der Klemmkeil rausgefallen und zwei andere verloren – gut, dass er dieses Experiment hintersichert macht. Der Rest vergnügt sich inzwischen an diversen Routen oder flackt faul auf den Bouldermatten am ca. 3m breit geschotterten Wandfuss. Ein kleiner Abstecher zum 2 Minuten entfernten Sektor A entpuppt sich als kompletter Fehlschlag, da dieser völlig in Brennnesseln steht und auch die Vegetation in der Wand darauf schließen lässt, dass hier schon lange kein Kletterer mehr gewesen sein kann. Also zurück zum B-Sektor! Dort lassen wir den Klettertag mit einigen schwierigeren Routen noch ausklingen. Auch an diesem Tag sind wir bis auf den Besuch eines kleinen Skorpions wieder komplett alleine.
Nach dem Essen – auch heute gönnen wir uns wieder die leckeren Forellen – setzen wir uns in gemütlicher Runde bei ein paar Bieren ums Lagerfeuer. Klaus lässt uns mit seinem Blitz nahezu erblinden, Matthias verlässt urplötzlich die Runde und wird später schlafend auf einem Campingstuhl gefunden und auch der Rest bemerkt erst jetzt die Strapazen dieses „harten“ Klettertages so richtig *g*.
Sonntag 28.05.06
Der letzte Tag ist schon wieder angebrochen. Deshalb schlagen wir nach dem Frühstück unser Lager auf dem netten Campingplatz bei Kobarid ab – die einen mit mühsamen Zeltabbau, die anderen mit nur einem Kopfdruck (VW T5 „California“ lässt grüßen) und machen uns zum Klettergarten Kal-Koritnica bei Bovec auf. Hier lassen wir uns im Sektor B nieder und müssen feststellen, dass die vorangegangenen Tage ihren Tribut in Armen und Beinen gefordert haben. Darüber hinaus sind die Griffe an diesem Fels, welcher von unten sehr einfach aussieht, nahezu immer glatt und abschüssig. Auch hier ist der Fels wieder fest in unseren – und nur in unseren – Händen, nachdem sich zwei weitere Kletterer mit unserem Kommen verabschieden. Die schwüle Hitze lässt sich auf dem westseitig ausgerichteten Felsen sehr gut ertragen und während die einen den Tag eher ruhig mit einem Buch verbringen, geben sich die anderen an den doch einigermaßen kraftraubenden Routen bis um 16:00 den Rest. Der Abstieg führt uns an einer kleinen Kneipe vorbei, die von uns noch dazu genutzt wird um uns für die Heimreise zu stärken. Gegen 16:30 brechen wir bei Bovec auf und kommen ohne erwähnenswerte Behinderungen um 22:00 in Ingolstadt an.
Fazit:
Obwohl der Fels in Slowenien besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden eine riesige Auswahl an Routen bietet, ist auch in den Graden von V – VII jede Menge Potential für ausgedehnte Erkundungen da. Darüber hinaus ist wohl Klettern zumindest in Slowenien noch eher eine Randsportart, was die insgesamt nur 6 anderen Kletterer, die wir während des gesamten langen Wochenendes gesehen haben belegen. Wer deshalb einsames Klettern in faszinierender Natur mit einer artenreichen Tierwelt liebt, ist in diesem Land bestens aufgehoben.
Weiterer Vorteil: Der Zustand der sinnvoll und nicht allzu spärlich gesetzten Sicherungselemente ist durchweg einwandfrei, weil neuwertig.
Das Wochenende war ein voller Erfolg und ich spreche denke ich für alle Teilnehmer, wenn ich sage, dass man uns da unten nicht das letzte Mal gesehen hat!
Nachdem alles Organisatorische in den vorangegangenen Tagen abgeklärt und Fahrgemeinschaften gebildet sind, kann es nun endlich Mittwoch Nacht um 03:30 losgehen. Mit zwei Vehikeln machen wir – Klaus, Simone, Matthias, Heike, Jessica, Andreas und ich – uns auf den Weg in die ca. 450km entfernten Julischen Alpen im äußersten Nordwesten von Slowenien um das Gebiet am verlängerten Wochenende vom 25.05 - 28.05.2006 auf seine Klettertauglichkeit zu prüfen.
Unseren Erwartungen entsprechend ist das Verkehrsaufkommen an diesem Morgen ziemlich hoch, jedoch die Dichte an tiefergelegten und aufgetunten VW’s aufgrund des Wörthersee-Treffens versetzt uns alle in noch größeres Erstaunen. Tankstopps sind an diesem Morgen – egal wo – ab 05:00h nirgendwo in Österreich empfehlenswert. Nach etlichen Staumeldungen auf der A10 im Bereich des Katschbergtunnels, entschließen wir uns die Landstraße zu nehmen und über Italtien ostwärts nach Slowenien zu fahren. Nach knappen 6,5 Stunden auf den kurvenreichen Straßen Österreichs,,, die sich um die Täler und um die gähnend leere, weil voll gesperrte Autobahn ranken (wofür haben wir eigentlich ein Pickerl gekauft J), haben wir es dann auch endlich geschafft und die beiden Autos treffen fast zeitgleich in Kranjska Gora ein. Hier tauschen wir zunächst Euros in Slowenische Tolar – meine EC-Karte wollte der Automat mal wieder nicht - und dann wird direkt in einem Cafe` erst einmal Frühstücks- und Fotopause gemacht. Nach eingängiger Prüfung sämtlicher Temperaturbereiche (Schatten.....Grrrr, Sonne.....Puhhh) machen wir uns dann am frühen Mittag auf um endlich ersten Felskontakt zu bekommen. Heute verschlägt es uns in das Alpine Klettergebiet Vrsic, welches am höchsten Punkt des Prelaz-Vrsic-Passes (1611m) liegt. Schon der ca. 5 Minuten kurze Zustieg über einige Schneefelder sorgt für schallendes Gelächter als sich die ersten am Schneefeld auf den Hosenboden setzen und fluchen. Am Fels angekommen bietet sich uns ein wunderschönes, alpines Panorama (Bild) und auch die Routen im Sektor A (Kekceva stena) sind bis auf einige feuchte Stellen sehr schön zu klettern. Während Matthias und Andreas einige Mehrseillängen-Übungen machen, klettert der Rest an den zwischen 25 und 35m langen Routen und erfreut sich an der wärmenden Nachmittagssonne. Gegen 16:00 entschließen wir uns, aufgrund der Tatsache, dass die Sonne sich um den Fels herum verabschiedet hat und wir an diesem Abend noch einen Camping-Platz suchen müssen, uns auf dem Rückweg zu machen und fahren den Pass ab in das wunderschöne Soca-Tal. Entlang des türkis-blauen und absolut klaren Flusses klappern wir einige Camping-Plätze ab und entscheiden uns schließlich für einen idyllisch am Fluss gelegenen Platz in Kobarid, wo wir unsere Zelte aufschlagen und den Abend bei einer super leckeren Forelle und einigen Bieren ausklingen lassen. Aus einer Bierlaune heraus entschließt sich ein kleines Grüppchen noch eine kurze Nachtwanderung zu dem in der Nähe gelegenen Wasserfall zu machen, was sich unter dem sternenklaren Himmel als echtes Highlight herausstellt. Der andere Teil der Gruppe lässt sich zum Matratzenhorchdienst oder Lazarettbau einteilen, nachdem zum Abschluss des (zum Glück) ansonsten völlig unfallfreien Tages Matthias’ gymnastische Übung auf groben Schotter sowohl im Gedächtnis der Zuschauer als auch an seiner linken Hand plastische Eindrücke hinterlässt.
Freitag 26.05.06
Nach einer frischen Nacht werden wir gegen 8:00 von der Morgensonne geweckt, welche sich langsam über die uns umringenden Berge wagt. Im Anschluss an die übliche Morgentoilette gibt es dann erst einmal ein gemütliches Frühstück und die weiteren Pläne für den Tag werden festgelegt. Heute geht es nach Senica (Mala plosca) einem Klettergebiet in der Nähe von Tolmin. Die ca. 20 minütige Anreise mit dem Auto führt uns entlang der Soca durch etliche kleine idyllische Dörfer und nachdem wir unsere sieben Sachen verpackt und die Seile aufgeteilt haben machen wir uns an den halbstündigen Zustieg zum Fels. Über Kuhweiden und durch Wälder gelangen wir auf dem leicht ansteigenden Pfad zum Kletterfels, an dem wir zu unserem Erstauen bis auf die zahlreichen Eidechsen und Käfer völlig alleine sind. Dann kann es ja losgehen!!!
Erst einmal ein paar Seile einhängen, sodass jeder bedient ist. Beim ersten Begehen der Routen klopfen wir noch vorsichtig vor jeden Griff gegen den Fels, um das Getier auf uns aufmerksam zu machen. Die zwischen 20- 30m langen Routen bieten für nahezu alle Schwierigkeitsgrade genügend Möglichkeiten, um sich auszutoben, wobei der Fels im unteren Bereich relativ stark geneigt und schroff ist und sich oben dann in eine richtige Vertikale verwandelt, die teilweise plattig gestaltet ist. Auch zum Bouldern ist ein starker Überhang in Bodennähe vorhanden, doch leider haben wir unsere Crash-Pads im Auto liegen lassen.
So verbringen wir den Tag an diesem Fels, der im oberen Bereich einen wunderschönen Blick über das Tal bietet. Kurz bevor wir um 16:00 aufbrechen wollen, kommen noch zwei weitere Seilschaften, doch das konnte den rundum positiven Gesamteindruck an diesem Felsen nicht mehr trüben.
Nachdem Andreas während des gesamten Klettertages bettelnd nach einem Besuch in einer Eistheke verlangt, gibt es am Rückweg in Tolmin noch für jeden eine ordentliche Portion Eis und der Entschluss, am Abend zu Grillen wird gefällt. Am Campingplatz angekommen entscheiden sich einige von uns gleich zu duschen, doch da wir eh einmal bei Tageslicht zum Fluss gehen wollten, machen Klaus und ich uns mit Badetüchern bewaffnet auf in Richtung Soca. Aufgrund der reißenden Strömung müssen wir uns einen ziemlich entlegenen Einstieg mit ruhigem Wasser suchen und da Badehosen Mangelware ist, geht es freizügig in die Fluten. Zapfig kalt!!!
Nach diesem Erlebnis schüren wir den Grill an, der dann auch ziemlich schnell auf Temperatur gebracht ist und der Geruch von Fleischspießen, Würsten und Hackfleischröllchen, lässt uns allen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das anschließende, anfangs gemütliche Essen artet dann im Verlauf des Abends trotz der Anwesenheit wild protestierender Vegetarier in eine Fleisch-Vernichtungs-Orgie aus – wir hatten wohl doch ein paar Spieße zuviel gekauft – und jeder wird mehr als satt. Um das ganze fettige Zeug für den Magen etwas erträglicher zu machen spülen wir mit ein paar leckeren Williams-Schnäpsen nach und haben noch einen sehr lustigen Abend.
Samstag 27.05.06
Als wir am Samstag Morgen aufwachen, sind die Berge um uns alle samt in Nebel gehüllt und es lässt sich nur erahnen, wo die Sonne ihr Durchkommen versucht. Deshalb wird der Entschluss gefasst, zunächst noch einmal mit der ganzen Truppe den herrlichen Wasserfall – diesmal bei Tageslicht und mit Badetüchern – zu besuchen. Der Weg dorthin wird von allen recht intensiv zum fotografieren genutzt. Dort angekommen stürzen sich trotz des kalten Wassers einige Verrückte in das flach abfallende Auffangbecken des Wasserfalls und schnappen nach Luft. Auf dem Rückweg kommen wir noch an einer Aussichtsplattform vorbei, die uns noch mal einen schönen Ausblick über den türkis-blauen Fluss erlaubt. So, jetzt aber los!
Die Autos werden an der Landstraße abgestellt und nach 3 Minuten über die eine frisch gemähte Wiese sind wir im Sektor B des Felsens Pri Ciginju bei Tolmin. Pünktlich zum Kletterstart entfaltet sich die Sonne auch wieder richtig. Nachdem mich ein Kamin als erste Route gleich etwas ins Schwitzen bringt, versucht sich Matthias an einem anderen Riss im technischen Klettern. 15 Minuten für 11Meter, einmal der Klemmkeil rausgefallen und zwei andere verloren – gut, dass er dieses Experiment hintersichert macht. Der Rest vergnügt sich inzwischen an diversen Routen oder flackt faul auf den Bouldermatten am ca. 3m breit geschotterten Wandfuss. Ein kleiner Abstecher zum 2 Minuten entfernten Sektor A entpuppt sich als kompletter Fehlschlag, da dieser völlig in Brennnesseln steht und auch die Vegetation in der Wand darauf schließen lässt, dass hier schon lange kein Kletterer mehr gewesen sein kann. Also zurück zum B-Sektor! Dort lassen wir den Klettertag mit einigen schwierigeren Routen noch ausklingen. Auch an diesem Tag sind wir bis auf den Besuch eines kleinen Skorpions wieder komplett alleine.
Nach dem Essen – auch heute gönnen wir uns wieder die leckeren Forellen – setzen wir uns in gemütlicher Runde bei ein paar Bieren ums Lagerfeuer. Klaus lässt uns mit seinem Blitz nahezu erblinden, Matthias verlässt urplötzlich die Runde und wird später schlafend auf einem Campingstuhl gefunden und auch der Rest bemerkt erst jetzt die Strapazen dieses „harten“ Klettertages so richtig *g*.
Sonntag 28.05.06
Der letzte Tag ist schon wieder angebrochen. Deshalb schlagen wir nach dem Frühstück unser Lager auf dem netten Campingplatz bei Kobarid ab – die einen mit mühsamen Zeltabbau, die anderen mit nur einem Kopfdruck (VW T5 „California“ lässt grüßen) und machen uns zum Klettergarten Kal-Koritnica bei Bovec auf. Hier lassen wir uns im Sektor B nieder und müssen feststellen, dass die vorangegangenen Tage ihren Tribut in Armen und Beinen gefordert haben. Darüber hinaus sind die Griffe an diesem Fels, welcher von unten sehr einfach aussieht, nahezu immer glatt und abschüssig. Auch hier ist der Fels wieder fest in unseren – und nur in unseren – Händen, nachdem sich zwei weitere Kletterer mit unserem Kommen verabschieden. Die schwüle Hitze lässt sich auf dem westseitig ausgerichteten Felsen sehr gut ertragen und während die einen den Tag eher ruhig mit einem Buch verbringen, geben sich die anderen an den doch einigermaßen kraftraubenden Routen bis um 16:00 den Rest. Der Abstieg führt uns an einer kleinen Kneipe vorbei, die von uns noch dazu genutzt wird um uns für die Heimreise zu stärken. Gegen 16:30 brechen wir bei Bovec auf und kommen ohne erwähnenswerte Behinderungen um 22:00 in Ingolstadt an.
Fazit:
Obwohl der Fels in Slowenien besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden eine riesige Auswahl an Routen bietet, ist auch in den Graden von V – VII jede Menge Potential für ausgedehnte Erkundungen da. Darüber hinaus ist wohl Klettern zumindest in Slowenien noch eher eine Randsportart, was die insgesamt nur 6 anderen Kletterer, die wir während des gesamten langen Wochenendes gesehen haben belegen. Wer deshalb einsames Klettern in faszinierender Natur mit einer artenreichen Tierwelt liebt, ist in diesem Land bestens aufgehoben.
Weiterer Vorteil: Der Zustand der sinnvoll und nicht allzu spärlich gesetzten Sicherungselemente ist durchweg einwandfrei, weil neuwertig.
Das Wochenende war ein voller Erfolg und ich spreche denke ich für alle Teilnehmer, wenn ich sage, dass man uns da unten nicht das letzte Mal gesehen hat!
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